Neven Subotic verlässt also Mainz zum BVB und folgt Jürgen Klopp in Liga 1. An dieser Nachricht sind zwei Dinge beachtlich. Zum einen: Subotic bringt den Mainzern die stattliche Ablösesumme von 4,8 Millionen Euro! Das muss man sich schon mal durch den Kopf gehen lassen. Der Mann ist 19 Jahre alt, hat gerade eine Saison bei den 05ern in der 2. Liga – auf zugegeben sehr gutem Niveau – gespielt. Bezahlt haben die Mainzer der Legende nach nix für den US-Boy, der angeblich beim Kicken auf einer College-Wiese entdeckt wurde. Jetzt ist er beinahe 5 Millionen Euro wert. Die Preise auf dem Transfermarkt erreichen mittlerweile wieder Höhen wie in der Pre-Bosman-Ära. Nach der Kirch-Pleite wäre es jedenfalls unvorstellbar gewesen, dass für diesen Youngster soviel Geld ausgegeben worden wäre. Obwohl: Dem BVB hätte man es trotzdem zugetraut.
Was den Mainzern aber trotz dieser Vergütung, die den Verein für ein bis zwei Jahre sorgenfrei macht, Kopfschmerzen bereiten dürfte: Mit Subotic geht der erste Spieler, den man eigentlich gerne in Mainz gehalten hätte, war er doch ein Versprechen in die Zukunft. Bezeichnend ist vor allem, wohin er wechselt: Eigentlich hatte Subotic einen unterschriftsreifen Vertrag von Hoffenheim vorliegen (er hätten den Verein also in jedem Fall verlassen). In letzter Minute funkte aber einer dazwischen, der in Mainz eben noch seine Trainen getrocknet hatte: Jürgen Klopp holt seinen Lieblingsschüler nun nach Dortmund. Daraus kann man vor allem eins schließen: Wäre Klopp noch in Mainz, hätte man Subotic mit Sicherheit halten können. Klopps Gegner werfen ihm gerne vor, dass er mit seiner gespielten Begeisterung nur billige Psycho-Tricks bedient, seine Spieler aber nur allzu schnell abschalten, wenn er seine großen Reden schwingt. Doch eins ist klar: Nicht wenige aus dem aktuellen 05-Kader spielen in der Domstadt, weil sie von Klopp persönlich überzeugt wurden. Nun lernen die Mainzer Klopps Überzeugungskräfte von der anderen Seite kennen. Der Erosionsprozess im 05-Kader hat begonnen.
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