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Uff! – Deutschland tatsächlich im Finale
Juni 25, 2008, 11:02
Gespeichert unter: EURO 2008

Keine Ahnung, wie die Mannschaft das geschafft hat, aber sie ist im Finale. Dabei mag man sich gar nicht ausmalen, wie dieses Spiel gegen Türkei in Bestbesetzung ausgegangen wäre. Der Türkei verdanken wir in jedem Fall einen weiteren dramatischen Höhepunkt dieses Turniers. Sie haben die EURO ungemein bereichert und es ist bitterste Ironie des Schicksals, dass sie ausgerechnet durch ein Gegentor in der 90. Minute verloren.
Phasenweise, vor allem in der ersten Halbzeit wurde Deutschland regelrecht an die Wand gespielt und es ist wohl nur der türkischen Unerfahrenheit oder dem Bayern-Dusel oder irgendetwas anderem Übersinnlichen zu verdanken, dass es zur Pause 1-1 statt 1-4 stand. Danach gewann die Mannschaft zwar Stabilität, aber keine Effektivität. Die Chancen auf beiden Seiten wurden geringer, bevor sich das Spiel zu einer aus türkischen Spielen wohlbekannten Dramatik zu steigern schien. Getreu dem Motto „Wer gegen Türken führt, der stets verliert“ kassierte Deutschland nach Kloses Tor (aus 14 Ballkontakten produzierte er 1 Tor. Das nenn ich Stürmerqualität) postwendend den Ausgleich. Jürgen Klopp zeigte später eindrucksvoll („Das nennt man Doppeln.“), dass nicht nur Lahm, sondern so gut wie die komplette deutsche Hintermannschaft aus Lehmann, Metzelder, Mertesacker und Ballack dabei sehr schlecht aussah. 6 Gegentore in 5 Spielen sind eine deutliche Botschaft: Von der WM-Form ist die Defensive weit entfernt. Vor allem gegen starke Dribbler sind die deutschen Schlakse zu oft unterlegen. Keine guten Nachrichten für ein Finale gegen Spanien oder Russland.
Auszunehmen ist trotz seines schwächsten Turnierspiels nur Philipp Lahm. Wie er das Siegtor selbst einleitete und dann großartig vollendete war eine der wenigen echten Weltklasse-Aktionen des Turniers in einer Reihe mit Robbens Tor gegen Frankreich oder Buffons gehaltenem Elfmeter gegen Rumänien und dürfte seinen Marktwert endgültig in Premiere-League-Dimensionen katapultieren. Dazu war Lahm an einer der krassesten Fehlentscheidungen des Turniers beteiligt. Wie Bussaca das Foul gegen den Außenverteidiger übersehen konnte, wird auf ewig sein Geheimnis bleiben.
Am Ende atmete Deutschland kollektiv auf. Es war ein typisch deutscher Sieg wie ihn andere Mannschaften einfach nicht zu Stande bringen können. Wenn diese Mannschaft eine Qualität hat, dann in den entscheidenden Momenten einfach da zu sein. Aus wenig Chancen produzierte sie bislang 10 Tore und ist ungemein effektiv. Hoffentlich kommt diese Effizienz im Finale ein letztes Mal zur Geltung.


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