Das einzig Richtige falsch gemacht
Es ist schon eine reichlich kuriose Affäre, die sich da innerhalb des DFB um die Schiedsrichter Manfred Amerell und Michael Kempter entsponnen hat. Allein die Tatsache, dass hier ein Mann, der der sexuellen Belästigung, wenn nicht gar des Missbrauchs, beschuldigt wird, momentan als Opfer dasteht, dürfte relativ einmalig sein.
Nun heißt es, der DFB hätte die Vorwürfe besser intern geklärt. Aber hätte es das besser gemacht? Tatsächlich glaube ich, dass das einzige, was der DFB und Theo Zwanziger in dem Fall richtig gemacht haben, ist die Namen öffentlich zu machen. Denn was wäre die Alternative gewesen: Der Boulevard hätte alle verfügbaren Quellen angezapft, die Namen ans Licht zu zerren. Die seriöseren Medien hätten dem DFB erst Recht intransparenz vorgeworfen, noch dazu bei einem so brisanten Thema. Ein Michael Kempter hätte weiter pfeifen müssen, um keinen Verdacht zu erregen, und das in einer für ihn kaum erträglichen psychischen Situation. Man muss das nicht gut finden, dass derartige Dinge heute hauptsächlich in und über die Medien ausgetragen werden. Aber das es so ist, ist ein Fakt.
Leider war das “Wie” der Veröffentlichung so falsch wie man es nur falsch machen konnte. Ohne Not machte Zwanziger Kempter zum Opfer und Amerell zum Täter, dabei kannte er selbst noch gar nicht alle Fakten, geschweige denn dürfte er durchblicken, wie das persönliche Verhältnis zwischen den beiden war. Darüber sind sich ja nicht einmal die Betroffenen einig. Nun hat Zwanziger genau die Schlammschlacht ausgelöst, die er zu vermeiden hoffte. Am Ende könnte er das Opfer seiner eigenen, verfehlten Politik sein.
Kommentare deaktiviert